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SAP stellt neue Softwaregeneration S/4HANA vor

Der Software Konzern SAP hat kürzlich seine neue Softwaregeneration S/4HANA vorgestellt und damit viele Anwender verunsichert, die sich fragen, wie sich diese neue Version von SAPs Business Suite auf die eigene IT-Landschaft auswirkt.
Die neue S/4HANA Software ist untrennbar mit der von SAP entwickelten In-Memory-Technik HANA gekoppelt und nur mit dieser zu betreiben. Zwar verspricht SAP CEO Bill McDermot, der das neue Produkt mit großer Euphorie ankündigte und als  „den Anfang vom Ende der IT-Architektur des 20. Jahrhunderts und der damit verbundenen Komplexität“ bezeichnete, den Kunden einen reibungslosen Übergang, aber dennoch bedeutet der Umstieg auf S/4HANA für die Kunden, dass sie teilweise tiefgreifende Veränderungen in ihrer gesamten IT-Struktur vornehmen müssen, um das neue Produkt nutzen zu können. Diese Veränderungen betreffen in erster Linie die Datenbank, denn wer S/4HANA nutzen will, muss auf SAPs In-Memory Datenbank  HANA umsteigen.
Allerdings versicherte CEO McDermot, der Konzern wolle auch weiterhin die klassischen, relationalen Datenbanken anderer Hersteller zu unterstützen und SAP verlängerte das Wartungsfenster dafür bis 2025.
Aber auch wenn es bei den andere SAP Produkten weiterhin Innovationen geben soll, viele der Vorteile von S/4HANA,  die McDermot auf der CeBIT erläutete, werden nur mit der neuen Softwaregeneration umsetzbar bleiben. Dazu gehören ein um den Faktor 10 verringerter IT-Footprint, ein um das siebenfache verbesserter Datendurchsatz und insgesamt ein 18mal schnelleres System.

Für die SAP-Kundenveranstaltung Sapphire, die im Mai in Orlando, Florida stattfindet, kündigte McDermot weitere Informationen an.
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), Marco Lenck, steht dem neuen Produkt jedoch eher skeptisch gegenüber und prognostizierte, dass S/4HANA für den Großteil der Unternehmen noch Zukunft bleiben dürfe.
SAPs Chief Technology Officer (CTO) Quentin Clark, der erst im vergangenen November von Microsoft zu SAP gewechselt war, sieht in S/4HANA hingegen den richtigen Weg, um in dem derzeit stattfindenden Wandel in der Enterprise-Software Industrie Schritt halten zu können. Seiner Ansicht nach ist die vorrangige Aufgabe, mit HANA eine einheitliche Plattform für sämtliche SAP-Softwareprodukte zu schaffen, mit deren Hilfe auch anstehende Integrationsaufgaben bewältigt werden sollen, die beispielsweise zugekaufte Cloud-Lösungen betreffen. Auch im Hinblick auf Trennungen und Brüche in den Systemen hinsichtlich transaktionaler und analytischer Daten müssen laut CTO Clark die Applikations- und die Datenbank-Layers enger verknüpft werden.
Durch die neue Produktpalette von S/4HANA und die gleichzeitige Weiterentwicklung der bisherigen SAP-Softwarewelt muss SAP zwar zwei Produktlinien mit unterschiedlichen Codebasen unterstützen, doch darin sieht CTO Clark kein Problem. S/4HANA beinhaltet viel Code aus den vorhergegangen Business Suite Produkten, nur die später in 2015 verfügbaren Module „Simple Finance“ und „Simple Logistics“ werden neu designt und Dinge wie Data Services und Analytics-Funktionen sollen nur einmal entwickelt und dann von verschiedenen Softwareprodukten SAPs wie S/4HANA oder Cloud-Systemen wie Concur genutzt werden könnten. So will CTO Clark die Entwicklung möglichst effizient und einfach gestalten.
Derzeit stecken viele Dinge jedoch noch in der Planungsphase und CTO Clark setzt dabei auch auf die Gründlichkeit der deutschen Entwickler, die kürzlich von SAP Mitgründer Hasso Plattner aufgrund der langsamen Arbeitsweise im baden-württembergischen Walldorf kritisiert wurden. Plattner verwies dabei auf das hohe Arbeitstempo im Silicon Valley, Clark verteidigte jedoch die deutsche Entwicklerkultur, die darauf achte, Dinge sorgfältig und korrekt zu erledigen.
Auch CEO McDermot betonte auf der CeBIT: „Wir sind in unserer Basis, in unseren Genen ein deutsches Softwareunternehmen.“ Gerade in Deutschland sorgte SAP jedoch  vor kurzem für Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass der baden-württembergische Softwarekonzern Geschäfte mit amerikanischen Geheimdiensten macht. Viele Anwender fürchteten danach um die Sicherheit ihrer Daten, vor allem in der SAP Cloud.
SAP Chef McDermot versuchte auf der CeBIT, diese Bedenken zu zerstreuen und versicherte, es gäbe keinerlei Backdoors oder sonstige Möglichkeiten für US-Behörden, direkt oder remote auf Kundendaten zuzugreifen und beteuerte: „Kein anderes Unternehmen fühlt sich mehr dem Datenschutz und der Sicherheit verpflichtet als SAP.“
Die Verunsicherung der Anwender muss der Konzern ernst nehmen, denn das Vertrauen der Kunden ist der wichtigste Faktor für SAP, um mit S/4HANA Erfolg zu haben.

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