Startseite > Aktuell, Microsoft, Software-Audit > große Softwarehersteller wie Microsoft führen in letzter Zeit „Software-Razzien“ bei Firmenkunden durch

große Softwarehersteller wie Microsoft führen in letzter Zeit „Software-Razzien“ bei Firmenkunden durch

Was ist passiert?
Seit Herbst 2014 führen große Softwarehersteller, allen voran die Firma Microsoft, großangelegte „Software-Razzien“ bei Unternehmen durch. Betroffen hiervon sind insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen. Bisherigen Informationen zur Folge sollen in einer ersten Welle bisher mehr als 15.000 Firmen angeschrieben worden sein. Durch einen Fragebogen sollen gekaufte Lizenzen angegeben werden. Anschließend wird durch Wirtschaftsprüfergesellschaften kontrolliert, ob eine Differenz zwischen dem tatsächlichen Nutzungsumfang und den erworbenen Lizenzen besteht. Sollte dies der Fall sein, fordert Microsoft eine Nachlizenzierung in teilweise fünf- bis sechsstelliger Höhe. Insgesamt erwartet Microsoft Mehreinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe.

Warum ist das wichtig für Sie?
Kommt es zum Einsatz nicht ordnungsgemäß lizenzierter Software, stellt dies zunächst eine Urheberrechtsverletzung nach §§ 69a, 97 UrhG dar. Liegt eine Urheberrechtsverletzung vor, kann Microsoft als Inhaberin der Urheberrechte Schadensersatz verlangen. Im Fall einer Unterlizenzierung wird ein Schadensersatzanspruch regelmäßig durch Nachbudgetierung und Nachzahlung von Lizenzgebühren geltend gemacht. Darüber hinaus beansprucht Microsoft im Fall einer festgestellten Unterlizenzierung als Schadensersatz auch die nicht unerheblichen Kosten für die Durchführung des Lizenzaudits. Hierdurch können teils erhebliche Zahlungsverpflichtungen entstehen, welche über die vorhergesehene wirtschaftliche Planung weit hinausgehen. Im Fall unzureichender Lizenzierung drohen dem Anwender daher schwerwiegende rechtliche und wirtschaftliche Nachteile. Allerdings bietet eine solches Lizenzaudit auch die Möglichkeit, eigene Überlizenzierungen zu identifizieren und damit unnötige Kosten zu reduzieren.
Was ist zu tun?
Zur Vermeidung etwaiger Nachteile im Rahmen eines Lizenzaudits ist empfehlenswert, ein funktionierendes Lizenzmanagementsystem im Unternehmen zu installieren. Dieses muss standardisierte Prozesse beinhalten, damit der tatsächliche und rechtliche Umgang mit Software im Unternehmen abgesichert wird. Empfehlenswert ist dabei ein als Datenbank geführtes Software- und Lizenzregister, welche den tatsächlichen Umfang der Softwarenutzung und vorhandener Lizenzen erfasst. Diese sind regelmäßig miteinander abzugleichen, um etwaige Differenzen zeitnah identifizieren und geeignete Maßnahmen ergreifen zu können

Im konkreten Fall sollten die Anwender Ihrem IT-Leiter aufgeben, die vorhanden Lizenzen zeitnah mit der tatsächlichen Nutzung der Software im Unternehmen abzugleichen, damit Sie bei Ansprache durch Microsoft vorbereitet sind.
Dr. Hans Markus Wulf
Rechtsanwalt, Partner
Fachanwalt für IT-Recht

Advertisements
  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: