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Größte Produkteinführung in der SAP-Geschichte: SAP S/4HANA

Neue Softwaregeneration verspricht hohe Performance und simples Handling

Im Februar 2015 stellte SAP sein neues Produkt mit dem Namen S/4HANA vor. Als Schauplatz für die größte Produktneueinführung in der Firmengeschichte wählte der Walldorfer Softwarekonzern die New Yorker Börse aus.

Der Buchstabe „S“ in S/4HANA steht nicht für SAP, sondern für „simple“, und folgt damit dem neuen Motto von SAP-Chef McDermott. Doch wofür steht diese Strategie im Detail?

Das oberste Ziel ist die Schaffung eines Netzwerks, in dem die SAP-Kunden ihre Geschäfte miteinander einfach und schnell abwickeln können. Die Prozesse laufen hierbei in der Cloud ab – einem Umfeld, in dem SAP die Zukunft sieht. Bereits jetzt werden über das Business-Netzwerk Umsätze abgebildet, die in Summe höher sind als das Volumen von Alibaba, eBay und Amazon zusammengerechnet.

S/4HANA wurde in erste Linie dazu entwickelt, große Datenmengen innerhalb kürzester Zeit auszuwerten. Die Software steht also vor allen Dingen für Leistung. Das Entwicklungsziel war „Zero Response Time“, so Hasso Plattner. In jahrelanger Forschungs- und Entwicklungsarbeit wurde eine Datenbank geschaffen, die Anfragen in Echtzeit beantwortet. Dies war jedoch mit zahlreichen Unwegsamkeiten verbunden. Beispielsweise mussten Daten bisher auch bei relativ einfachen Transaktionen in verschiedene Tabellen geschrieben werden. Sie dienten der Summenbildung oder Indexierung und mussten vorhanden sein, um performante Auswertungen zu gewährleisten. Im Rahmen der HANA-Forschung wurde entdeckt, dass dies nicht zwingend notwendig ist. Daten und Datenupdates konnten hierdurch stark reduziert werden. Plattner verspricht hierdurch eine 50-fach höhere Durchsatzrate und eine Senkung des Speicherbedarfs um den Faktor 10.

Der für S/4HANA zuständige Vorstand, Bernd Leukert, stellte die „Simple Configuration“ vor. Mit wenigen Klicks modellierte er im Rahmen einer Live-Präsentation eine Organisationsstruktur. Die Anpassung eines Freigabe-Workflows für Bestellungen ist ähnlich einfach. Innerhalb kurzer Zeit änderte Leukert den Freigabewert einer Bestellung von 600 auf 300 Euro.

Auch die neue App „FixAnything“, das auf S/4HANA basierende Wartungsmodul, sorgte für Erstaunen. Bernd Leukert simulierte auf einem iPad das grafisch mit einer Straßenkarte gestützte Monitoring der städtischen Wasserversorgung in „Greater Los Angeles“. Rote Markierungen weisen auf Fehler, beispielsweise den Ausfall von Pumpen, hin. Aufgrund von Vergleichswerten und historischen Daten trifft der Anwender nun die Entscheidung für eine Reparatur oder die Erneuerung des betroffenen Bauteils. Mit wenigen „Taps“ können ein Ersatzteil bestellt und ein Wartungsauftrag angelegt werden.

So sehr die neueste Softwaregeneration beeindrucken konnte – eine Thematik wurde im Rahmen der Produkteinführung nicht behandelt: Datensicherheit. Die Cloud, verschiedenste Endgeräte, vollautomatische Prozesse und Datenübertragung in Echtzeit: Unsicherheiten bei den SAP-Kunden konnten bis heute nicht ausgeräumt werden.

Experten warnen vor übereiltem Umstieg

Die Informationspolitik von SAP rund um S/4HANA ist derzeit als eher dünn zu bewerten. Nigel Rayner, Vice President bei Gartner urteilt: „Die Markteinführung von SAP S/4HANA wirft bei SAP-Kunden mehr Fragen auf, als sie an Antworten liefert, was nicht zuletzt auch an der Unsicherheit im Hinblick auf die Roadmap liegt.“ Schlüsselfragen zur Migration und Integration in bestehende SAP-Landschaften sind ebenso ungeklärt, wie Verfügbarkeit und Aufbau des Lizenzmodells. Unklar ist ebenfalls, welche der aus ECC 6 bekannten Funktionen sich in S/4HANA wiederfinden werden – und zu welchem Zeitpunkt.

Die Installation von kann sowohl on Premise als auch über eine Private Cloud oder Public Cloud erfolgen. Letzteres stuft die Mehrheit der deutschen Unternehmen sicherheitstechnisch als bedenklich ein. Im Umkehrschluss müsste ein lokales Hosting erfolgen. Die Höhe der hierfür notwendigen Hardwareinvestitionen steht jedoch ebenfalls noch nicht fest.

Die Wartung der Hauptfunktionen sowie die Gewährleistungen für SAP Business Suite 7 sind bis 2025 gesichert. Dennoch möchte SAP seine Kunden dazu bewegen, möglichst bald auf S/4HANA umzusteigen. Dies zeigt sich durch Aktionen wie den aktuellen „Einführungsrabatt“ von 15 Prozent auf Neulizenzierungen. Zunächst erscheint das Lizenzmodell simpel. Bei genauer Betrachtung entstehen dennoch Fragen. Genaue Regelungen für die Gebühren der Cloud-Variante bestehen beispielsweise noch nicht. Eines ist jedoch schon heute klar: S/4HANA ist ein neues Softwareprodukt und für Bestandskunden, die bereits Wartungsgebühren für Business Suite zahlen, nicht kostenfrei erhältlich.

Experten gehen aufgrund der aktuellen Umstände davon aus, dass langsame SAP-Kunden die volle Mainstream-Wartung bis 2025 ausschöpfen und noch zehn Jahre für den Übergang auf S/4HANA benötigen werden.

Weitere Infos: https://www.virtualforge.com/de/blog/post/sap-s-4hana-run-simple-made-simple.html

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