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Archive for the ‘Monopol’ Category

Zeit für den Umstieg

Im Vergleich zu anderen Softwareherstellern mögen 22 Prozent jährliche Pflegegebühr nicht dramatisch hoch erscheinen, aber für einen SAP-Bestandskunden ist es ein Schlag ins Gesicht. Jahrzehntelang arbeiteten die Anwender mit Walldorf konstruktiv und kritisch zusammen: Ideen der Bestandskunden flossen in die Entwicklung in Walldorf ein – die Frage des Intellectual Property (IP) wurde und musste nie diskutiert werden. Man war eine Wertegemeinschaft und jeder hatte in dieser erfolgreichen SAP-Community seinen Platz gefunden. Romantisch gesagt: Es war zu schön, um ewig so zu bleiben!

Mit 22 Prozent Pflegegebühr ging SAP gegen die Bestandskunden vor, die jahrelang den Erfolg von SAP gewährleisteten. Das schnelle und erfolgreiche Wachstum von SAP beruht zum Teil auf eigenem Können, aber zum Teil eben auch auf der Loyalität und Kooperation der Bestandskunden. Dieses Fundament der SAP-Wertegemeinschaft wird seit einigen Jahren durch das Topmanagement aus Walldorf korrumpiert – Zeit, sich für Bereiche wie Service und Support neue Partner zu suchen. Die Mischung macht es aus: Eine moderate Preissteigerung geht in Ordnung, wenn gleichzeitig die gebotene Leistung in einem vernünftigen Verhältnis zur Pflegegebühr steht. Manche EhPs (Enhancement Packages) aus der Vergangenheit hatten jedoch zweifelhafte Qualität. Die Reichsteilung in Standard und Enterprise Support war kontraproduktiv – verärgerte die Bestandskunden mehr, als dass es einen Gewinn für SAP abwarf. Die Beschränkung des „lizenzfreien“ SolMan hinsichtlich des Funktionsumfangs für Standard-Support-Kunden war wenig vertrauensbildend. SAP ist auf Suite 4 fokussiert und die ECC-5.0/6.0-Bestandskunden haben mit ERP und Suite 7 das Nachsehen – Zeit, sich für Bereiche wie Service und Support neue Partner zu suchen.

Nichts ist so beständig wie der Wandel: Mit mehr Geld in der Walldorfer Tasche müssen und dürfen die SAP-Bestandskunden auch mehr Leistung von ihrem ERP-Weltmarktführer verlangen – genau das Gegenteil passiert: Auf der einen Seite erweitert SAP ihr Angebot durch zahlreiche und teure Zukäufe, auf der anderen Seite wird das Kernangebot extrem beschnitten und reduziert. Bis 2025 ist der totale Kahlschlag im Zentrum der SAP-Community geplant. Suite 4 mit der In-memory-Computing-Datenbank löst Suite 7 mit AnyDB ab. Wenn SAP der Suite 7

jetzt den Todesstoß versetzt, ist Rimini Street die einzige Rettung. Ab 2025 wird es für Bestandskunden keine Wahlfreiheit mehr geben. Oracle, IBM und Microsoft sind Vergangenheit – Zeit, sich für Bereiche wie Service und Support neue Partner zu suchen. Deadline 2025: SAP hat das natürliche Recht, eine Geschäftsentwicklung nach eigenen Ideen und Vorstellungen zu betreiben. Genauso muss aber auch der Bestandskunde eigene Überlegungen zum Investitionsschutz anstellen. Wenn die eigene Roadmap nicht mehr kompatibel mit der SAP-Strategie ist, dann herrscht Handlungsbedarf! Zeit zum Handeln besteht jetzt, weil es bis 2025 noch ein paar Jahre hin sind. Beschlossen ist die Abschaffung der Wahlfreiheit. SAP setzt auf ein reines

In-memory-Computing-Modell mit Intel-x86-Server und Linux – vielleicht noch eine Option auf IBM Power. Wer festhalten will oder muss an anderen Hardware-Plattformen, Betriebssystemen und Datenbanken (AnyDB), war in der Vergangenheit bei SAP hervorragend aufgehoben. Die SAP-Zukunft hingegen ist monolithisch und letztendlich monopolartig. Die aktuelle Gemeinsamkeit wird durch SAP schrittweise in eine singuläre Abhängigkeit gewandelt – Zeit, sich für Bereiche wie Service und Support neue Partner zu suchen.

Innovation ist das Salz in der Suppe, der Informatiker aber sagt: Never change a running system! Wer sowohl Investitionsschutz als auch Innovation auf seiner Roadmap stehen hat, muss für sein SAP-System einen alternativen Service- und Supportpartner finden. SAP geht einen neuen, interessanten, vielleicht erfolgreichen Weg mit Suite 4, der aber nur für einen kleinen Teil der Bestandskunden relevant sein könnte. SAP-Bestandskunden mit erfolgreichem Customizing, perfekten Geschäftsprozessen und stabiler ERP-Architektur sollten sich einen neuen

Partner für die Pflege der existierenden ERP-Landschaft mit AnyDB suchen oder mutig den Sprung in die neue In-memory-Computing-Dimension wagen. Einen Mittelweg wird es diesmal nicht geben. Der Bestandskunde steht vor der Wahl: alternativen Service und Support oder In-memory Computing.

Peter M. Färbinger

http://www.riministreet.com/de/Documents/E-3_1504_Coverstory_DE.pdf

PROBLEME IN DER SAP-EINFÜHRUNG

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Unklarheiten im SAP-Lizenzmodell

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Wie gültig sind Weitergabeverbote in den AGB?

Viele Anwender durch Hersteller verunsichert

Viele Anwender fühlen sich immer noch verunsichert, wenn sie gebrauchte Software verkaufen oder erstehen wollen: Auf den ersten Blick ist oft unklar, ob ihnen das nicht irgendwo versteckt in den AGB verboten wurde. Dabei ist die rechtliche Lage bei pauschalen Weitergabeverboten durchaus kundenfreundlich.

In der Vergangenheit galt SAP wohl in der gesamten IT-Szene als das deutsche Vorzeigeunternehmen. „Früher haben alle meine Kunden SAP – sowohl Unternehmen wie Software – geliebt!“, erinnert sich Axel Susen, Geschäftsführer von susensoftware. Doch der Kundenumgang hat SAP in letzter Zeit viele Sympathien gekostet; in Sachen Enterprise-Support sind die Walldorfer einen Schritt auf ihre Kunden zugegangen, doch beim Thema ‚gebrauchte Software’ ist davon noch nicht viel zu spüren.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sehen sich viele Unternehmen Sparzwängen ausgesetzt. Sehr zum Leidwesen dieser Unternehmen versucht SAP, die Handlungsfreiheit von IT-Leitern so einzuschränken, dass sie oft weder sich selbst (durch Stilllegen von Lizenzen) noch Kollegen (durch Lizenzverkauf) helfen können. Manchmal werden wohl zu diesem Zweck z. B. Aussagen getätigt, die die Anwender vor einem hohen Risiko bei gebrauchter Software warnen.

„Anwender müssen mehr auf Selbstschutz achten“

So wird von großen Softwareherstellern gerne behauptet, dass ihre Zustimmung zur Weiterveräußerung von Software unbedingt notwendig sei. Berufen wird sich dabei auf § 31 UrhG: Ein Nutzungsrecht kann nur mit Zustimmung des Urhebers übertragen werden. „Jedoch darf diese Zustimmung nicht wider Treu und Glauben verweigert werden“, wie Susen weiterhin erläutert. Der ‚Erschöpfungsgrundsatz’ macht zudem Veräußerungsverbote in vielen Fällen unwirksam: Mit dem Erstverkauf einer Programmkopie einer Standardsoftware erschöpft sich das Verbreitungsrecht des Urhebers. Wie der BGH am 06.07.2000 (Az IR 244/97) entschieden hat, kann der Erschöpfungsgrundsatz auch nicht durch die Lizenzbestimmungen der Softwarehersteller ausgehebelt werden. Auch der Deutsche Anwaltsverein (DAV) stimmt dem zu: „Insbesondere bei marktbeherrschenden Unternehmen dürfte ein solches wirksames Veräußerungsverbot selbst in individuellen Klauseln kartellrechtlich problematisch sein.“ Dabei sollte jedoch im Hinterkopf behalten werden, dass individuell festgelegte Veräußerungsverbote wirksam sind.

susensoftware konnte inzwischen gerichtlich eine solche Forderung seitens SAP kippen.

Bei gebrauchter Software gilt: Für einen objektiven Überblick sollten bei Unklarheiten stets Expertenmeinungen eingeholt werden. „Anwender müssen mehr auf Selbstschutz achten, um sich nicht in einer rechtlich angreifbaren Position wiederzufinden“, erklärt Susen. „IT-Fachanwälte und unabhängige Lizenzexperten sind da eine sehr gute Wahl. Zudem sollten nur seriöse Händler, die eine Lizenzübertragung mit dem Hersteller absichern, beauftragt werden.“

Nutzung gebrauchter Software-Lizenzen – Axel Susen im Interview 4 / 4

Welchen Einfluss hat die Nutzung gebrauchter Software-Lizenzen auf die Software-Hersteller?

Axel Susen: „Die Softwarekonzerne wie SAP, Microsoft oder Oracle stehen dem Markt für gebrauchte Softwarelizenzen skeptisch gegenüber. Die Herstellen befürchten einen Rückgang ihrer Umsätze im Softwareverkauf und haben aus diesem Grund damit begonnen ihr Geschäftsmodell – auch gegen die Interessen der Anwender – auf Mietsoftware sowie Angebote aus der Cloud umzustellen. Eine größere Abhängigkeit vom Lieferanten kann man sich kaum vorstellen.

 

Ein vereinfachtes Datenmodell: Nach R/3 kommt S/4

Der Hype um Hana und S/4 lässt auch Sorgen um die Weiterentwicklung der aktuellen SAP-Produkte aufkeimen. „Die bei den Kunden bereits eingesetzten installierten Lösungen dürfen von SAP nicht außer Acht gelassen werden“, mahnt deshalb DSAG-Vorstand Andreas Oczko. „Bestehende SAP-Produkte müssen im Rahmen der Wartungszusage von SAP bis 2025 signifikant weiterentwickelt werden, da die Kunden hier regelmäßig über die Wartungszahlungen in die Softwarepflege investieren.“ Die SAP-Produkte müssten seitens SAP zumindest gleichberechtigt zu S/4 behandelt werden.

Link http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/nach-r3-kommt-s4-10145/

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Erwerb gebrauchter Software-Lizenzen – Axel Susen im Interview 3 / 4

Für wen kommt der Erwerb gebrauchter Software-Lizenzen mit Blick auf mittelständische Unternehmen überhaupt in Frage?

Axel Susen: „Gebrauchte Softwarelizenzen sind besonders für mittelständische Unternehmen interessant, die eine erhebliche Anzahl an Arbeitsplätzen mit entsprechender Software vorhalten. Während in Konzernen die IT Kosten gerne den Fachabteilungen belastet werden, bleibt der IT-Abteilung eines Mittelständlers nur das Sparkonzept. Eine Installation und Wartung durch Drittanbieter sorgt auch für mehr Unabhängigkeit vom Softwarehersteller.“

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