Archiv

Archive for the ‘Software-Miete’ Category

Wie gültig sind Weitergabeverbote in den AGB?

Viele Anwender durch Hersteller verunsichert

Viele Anwender fühlen sich immer noch verunsichert, wenn sie gebrauchte Software verkaufen oder erstehen wollen: Auf den ersten Blick ist oft unklar, ob ihnen das nicht irgendwo versteckt in den AGB verboten wurde. Dabei ist die rechtliche Lage bei pauschalen Weitergabeverboten durchaus kundenfreundlich.

In der Vergangenheit galt SAP wohl in der gesamten IT-Szene als das deutsche Vorzeigeunternehmen. „Früher haben alle meine Kunden SAP – sowohl Unternehmen wie Software – geliebt!“, erinnert sich Axel Susen, Geschäftsführer von susensoftware. Doch der Kundenumgang hat SAP in letzter Zeit viele Sympathien gekostet; in Sachen Enterprise-Support sind die Walldorfer einen Schritt auf ihre Kunden zugegangen, doch beim Thema ‚gebrauchte Software’ ist davon noch nicht viel zu spüren.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sehen sich viele Unternehmen Sparzwängen ausgesetzt. Sehr zum Leidwesen dieser Unternehmen versucht SAP, die Handlungsfreiheit von IT-Leitern so einzuschränken, dass sie oft weder sich selbst (durch Stilllegen von Lizenzen) noch Kollegen (durch Lizenzverkauf) helfen können. Manchmal werden wohl zu diesem Zweck z. B. Aussagen getätigt, die die Anwender vor einem hohen Risiko bei gebrauchter Software warnen.

„Anwender müssen mehr auf Selbstschutz achten“

So wird von großen Softwareherstellern gerne behauptet, dass ihre Zustimmung zur Weiterveräußerung von Software unbedingt notwendig sei. Berufen wird sich dabei auf § 31 UrhG: Ein Nutzungsrecht kann nur mit Zustimmung des Urhebers übertragen werden. „Jedoch darf diese Zustimmung nicht wider Treu und Glauben verweigert werden“, wie Susen weiterhin erläutert. Der ‚Erschöpfungsgrundsatz’ macht zudem Veräußerungsverbote in vielen Fällen unwirksam: Mit dem Erstverkauf einer Programmkopie einer Standardsoftware erschöpft sich das Verbreitungsrecht des Urhebers. Wie der BGH am 06.07.2000 (Az IR 244/97) entschieden hat, kann der Erschöpfungsgrundsatz auch nicht durch die Lizenzbestimmungen der Softwarehersteller ausgehebelt werden. Auch der Deutsche Anwaltsverein (DAV) stimmt dem zu: „Insbesondere bei marktbeherrschenden Unternehmen dürfte ein solches wirksames Veräußerungsverbot selbst in individuellen Klauseln kartellrechtlich problematisch sein.“ Dabei sollte jedoch im Hinterkopf behalten werden, dass individuell festgelegte Veräußerungsverbote wirksam sind.

susensoftware konnte inzwischen gerichtlich eine solche Forderung seitens SAP kippen.

Bei gebrauchter Software gilt: Für einen objektiven Überblick sollten bei Unklarheiten stets Expertenmeinungen eingeholt werden. „Anwender müssen mehr auf Selbstschutz achten, um sich nicht in einer rechtlich angreifbaren Position wiederzufinden“, erklärt Susen. „IT-Fachanwälte und unabhängige Lizenzexperten sind da eine sehr gute Wahl. Zudem sollten nur seriöse Händler, die eine Lizenzübertragung mit dem Hersteller absichern, beauftragt werden.“

Nutzung gebrauchter Software-Lizenzen – Axel Susen im Interview 4 / 4

Welchen Einfluss hat die Nutzung gebrauchter Software-Lizenzen auf die Software-Hersteller?

Axel Susen: „Die Softwarekonzerne wie SAP, Microsoft oder Oracle stehen dem Markt für gebrauchte Softwarelizenzen skeptisch gegenüber. Die Herstellen befürchten einen Rückgang ihrer Umsätze im Softwareverkauf und haben aus diesem Grund damit begonnen ihr Geschäftsmodell – auch gegen die Interessen der Anwender – auf Mietsoftware sowie Angebote aus der Cloud umzustellen. Eine größere Abhängigkeit vom Lieferanten kann man sich kaum vorstellen.

 

SAPs neue Business-Plattform stößt nicht bei allen Anwendern auf Zuneigung

Das Preismodell ist seit jeher ein Zankapfel zwischen der DSAG und den Walldorfern, daher mant Andreas Oczko, Vorstand für Operations/Service & Support bei der DSAG, bereits im Vorfeld: „Wir als DSAG sind davon überzeugt, dass die Kunden ein Anrecht darauf haben, dass über die Datenbank hinaus keine weiteren Lizenzkosten für S/4Hana entstehen.“

http://www.vdi-nachrichten.com/Technik-Wirtschaft/SAPs-neue-Business-Plattform-stoesst-Anwendern-Zuneigung

Erwerb gebrauchter Software-Lizenzen – Axel Susen im Interview 3 / 4

Für wen kommt der Erwerb gebrauchter Software-Lizenzen mit Blick auf mittelständische Unternehmen überhaupt in Frage?

Axel Susen: „Gebrauchte Softwarelizenzen sind besonders für mittelständische Unternehmen interessant, die eine erhebliche Anzahl an Arbeitsplätzen mit entsprechender Software vorhalten. Während in Konzernen die IT Kosten gerne den Fachabteilungen belastet werden, bleibt der IT-Abteilung eines Mittelständlers nur das Sparkonzept. Eine Installation und Wartung durch Drittanbieter sorgt auch für mehr Unabhängigkeit vom Softwarehersteller.“

SAP-Lizenzen: undurchsichtiger Kostenfaktor für Unternehmen

Bei großen Wirtschaftsunternehmen wie SAP spielt die Kundenzufriedenheit eine große Rolle, die vor allem auch die Kundenbindung und Faktoren wie die Neugewinnung stark beeinflusst. Da es sich bei SAP jedoch um einen Selbsterschaffenen Monopolisten handelt, der kaum eine ernstzunehmende Konkurrenz am Markt fürchten muss, lohnt es sich für uns, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Susensoftware hat daher eine Kundenumfrage bei einigen Seminaren und auch Online durchgeführt, welche sich nicht nur mit den SAP Produkten, sondern auch mit anderen wichtigen Faktoren rund um Wünsche und Bedürfnisse der heutigen Wirtschaftsunternehmen und SAP Kunden beschäftigt. Diese Umfrage macht deutlich, dass ein Großteil der SAP Kunden die AGB und Kosten von SAP mehr als kritisch sieht.

umfrage1

Das Obenstehende Diagramm macht deutlich, das lediglich drei Prozent der befragten Unternehmen den AGB von SAP keinerlei negativen Aspekte abfinden konnten. Viel zu wenig, wenn Sie uns fragen. SAP steht dank seiner Monopolstellung am „längeren Hebel“ – es gibt für Unternehmen kaum Ausweichmöglichkeiten auf dem Markt. Da ist es erschreckend, das die Möglichkeiten, welche der Kunde zur Pflege der Software hat, für mehr als ein drittel der Befragten als mangelhaft angesehen werden. Vor allem wenn man sich das Ergebnis der Frage nach den mit SAP verbundenen Kosten Voraugen führt, da dort beinahe die Hälfte der Befragten die Kosten für den Einsatz von SAP Software als „sehr teuer“ bezeichnet. Dies bezieht sich auch auf die Wartungsverträge, die der Kunde bei SAP abschließen muss, wenn er deren Systeme nutzen möchte. Die Wartungsverträge, die SAP mit seinen Kunden abschließt, sind dementsprechend obligatorisch. Hieran gibt es nichts zu rütteln, was den Kunden sehr stört. Deshalb hat es uns interessiert, wofür der Kunde glaubt, den Wartungsvertrag abgeschlossen zu haben.

umfrage2

Über ein Drittel der befragten Unternehmen nannten hier vor allem die Weiterentwicklung der Systeme und die Bereitstellung von Upgrades. Wie genau der hohe Wartungspreis jedoch gerechtfertigt ist und wofür das Geld verwendet wird, bleibt undurchsichtig. Unser Fazit ist deshalb, das die Kunden von SAP zwar mit der Software von SAP mehr als zufrieden sind, die Bedingungen unter denen Software von SAP genutzt werden darf, stoßen so manchem SAP Kunden jedoch böse auf. Es scheint hier eine starke Abhängigkeit zu existieren, aufgrund fehlender Alternativmöglichkeiten. So wundert es uns nicht, das die SAP Kunden großes Interesse an unseren Bestrebungen zeigten, die sich in Form einer Klage gegen SAP und deren AGB äußern. So wäre es aus unserer sicht eine faire Angelegenheit den Kunden die Möglichkeit zu bieten, auf einen Wartungsvertrag zu verzichten und die Dienste von SAP nur dann in Anspruch zu nehmen, wenn dies nötig ist. Susensoftware setzt sich hier also für den SAP Kunden und zeitgleich für einen faireren Wettbewerb ein.

%d Bloggern gefällt das: