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Axel Oppermann fragt sich: Gebrauchte Software – war es das?

Axel Oppermann, Advisor bei der Experton Group, hat einen überaus lesenswerten Artikel namens „Gebrauchte Software – war es das?“ auf http://www.silicon.de veröffentlicht.

Link: http://www.silicon.de/management/analyse/0,39044010,41555287,00/gebrauchte_software_war_es_das.htm

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Gebrauchte Software: Wohin führt der Trend?

13. Juli 2010 1 Kommentar

Bereits jetzt lässt sich erkennen, dass Anwender immer häufiger einen Rechtsstreit mit großen Software-Herstellern führen. „Anwender wollen nicht weiter unter der Quasi-Monopolsituation leiden,“ erklärt ein Experte der IT-Szene.

Eine steigende Rechtssicherheit führt  dazu, dass schwarze Schafe unter den Gebrauchtsoftware-Händlern vom Markt verdrängt werden. Leider fallen einige Unternehmen auf die leeren Versprechungen unseriöser Händler rein, mit dem Ergebnis, sich in einer rechtlich sehr schwierigen Lage wiederzufinden. „Hinterher ist man immer schlauer“, bemerkt der Geschäftsführer eines Unternehmens aus dem Bremer Raum, welches sich momentan in dieser Situation befindet. „Dabei hätte uns schon auffallen müssen, dass das Angebot selbst im Vergleich zu anderen Händlern unwahrscheinlich günstig war.“ Seriöse Händler stimmen daher die Übertragungen von Lizenzen stets mit dem Rechteinhaber ab.

Bislang haben Software-Hersteller in den meisten Fällen ein Monopol auf die Wartung ihrer Programme. Doch die Anzahl der Drittanbieter für Wartung nach dem Vorbild von Rimini Street in den USA wird auch in Deutschland steigen. Dadurch werden nicht nur die Wartungsgebühren selbst deutlich sinken; auch wird der Einsatz von Lizenzen, die längere Zeit ungenutzt blieben, deutlich lukrativer als momentan. „Es ist nicht davon auszugehen, dass Drittanbieter an dem System, rückwirkend Wartungsgebühren für nicht genutzte Lizenzen zu verlangen, festhalten werden,“ erklärt ein IT-Leiter. „Momentan müssen für Lizenzen, die z. B. drei Jahre ungenutzt blieben, bei Reaktivierung die vollen Wartungsgebühren für diese drei Jahre gezahlt werden. Dadurch sind sie im Grunde nur für Unternehmen interessant, die auf Wartung verzichten können.“

Mietsysteme wie Software as a Service gelten als ernst zu nehmende Bedrohung für den Gebrauchtsoftware-Markt: Da Updates zentral mit einer hohen Frequenz installiert werden, gibt es keine „alten“ und „neuen“ Versionen – ein Zweitmarkt kann logischerweise nicht existieren. „Mietsoftware wird in den nächsten drei Jahren wohl keinen direkten Einfluss auf den Markt für gebrauchte Software haben. Bei bestimmten Segmenten wie dem Office-Segment sehe ich aber danach durchaus die Gefahr, dass sich Firmen lieber Software mieten statt sie zu kaufen,“ erklärt Axel Susen, Geschäftsführer von susensoftware. Neben geringeren Kosten in der Anschaffung liegt der Vorteil vor allem in der Verfügbarkeit der Software, die von jedem Mitarbeiter in jeder Filiale genutzt werden kann: Besonders Unternehmen mit vielen (internationalen) Standorten profitieren von gehosteter Software.

Mögliche Zukunftsszenarien für den Software-Markt

Hersteller wie Microsoft und SAP müssen sich neu erfinden, doch das zerrüttete Verhältnis von SAP zu seinen Bestandskunden erweist sich als Problem: Vielfach wird das SAP-System eingefroren und zusätzliche Software von Drittanbietern bezogen. Die Anwender wollen nicht von Monopolisten abhängig sein und sind offen für innovative Geschäfte.

Neue Konkurrenz kommt aus ganz unterschiedlichen Richtungen:

1. Neue Anbieter wie Google oder Salesforce bieten neue Technologien für die gleichen Anwendungen.

2. Kunden wollen teure Investitionen umgehen und entscheiden sich vermehrt für Mietlösungen oder Software as a Service (SaaS).

3. Der Verbreitungsgrad und die Verfügbarkeit des Internets bieten den Boden für die neuen Technologien.

4. Der Gebrauchtsoftwaremarkt bietet unabhängigen Anwendern Produkte der Monopolisten ohne das Monopol weiter zu unterstützen.

„Vielleicht wird sich der Markt für gebrauchte Software auf den Handel mit gebrauchten Microsoft XP Professional Lizenzen reduzieren, da alle anderen Anwendungen als Download aus dem Internet kommen“, erläutert Axel Susen, Geschäftsführer von susensoftware.  „Dies werde ich mit Ihnen gemeinsam beobachten und abwarten.“

Kategorien:Microsoft, SAP Schlagwörter: ,
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