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IT Verantwortliche durch Hersteller verunsichert

Lizenzübertragung als Prozess unbekannt

Eine Umfrage zeigt, wo kreative  Einkäufer die Kollegen aus der IT unterstützen können. Obwohl laut Presseangaben weit über 100.000 gebrauchte Software-Lizenzen pro Jahr im B2B Umfeld gehandelt werden, haben erst 10% aller Unternehmen Erfahrungen mit Lizenzübertragungen gemacht; besonders aktive Firmen haben zwischen 1.000 und 5.000 Mitarbeiter.

Das erfolgreiche „Bewirtschaften“ von Software-Lizenzen kann in den Unternehmen nur fachübergreifend funktionieren. Mehrere Abteilungen sind in das Thema „Software-Bewirtschaften“ eingebunden. Jeder von ihnen hat eine eigene Sichtweise zur eingesetzten Software; diese kann oftmals maximal unterschiedlich sein. „Deshalb wollten wir von  IT-Leitern deren Sichtweise erfahren, um damit andere Kollegen, z. B. aus dem Einkauf, für diese Thema zu sensibilisieren“, erklärt Axel Susen, Geschäftsführer der susensoftware GmbH. „Manager aus dem Controlling und Einkauf können die Mitarbeiter in der IT noch mehr unterstützen, betriebswirtschaftlich im Sinne des eigenen Unternehmens zu handeln.“

Mit dem Hintergrund wurde eine Umfrage an über 1.000 IT-Leiter in ganz Deutschland gestartet. Immerhin 70 leitende Mitarbeiter in der EDV haben sich die Zeit genommen, den Fragebogen online oder schriftlich zu beantworten. „Wir sind positiv überrascht über die hohe Beteiligung“, zeigt sich Susen zufrieden.

Als Ergebnis finden wir 3 Gruppen von Unternehmen,

  1. Unternehmen bis 1.000 Mitarbeiter
  2. Unternehmen bis 5.000 Mitarbeiter
  3. Unternehmen über 5.000 Mitarbeiter

77%, also die überwiegende Anzahl von Antworten, kommt aus Unternehmen mit mehreren Standorten. Es scheint so zu sein, als dass alleine durch Niederlassungen oder Zweigstellen sich schon geografisch und organisatorisch ein zentrales Software-Lizenzmanagement durchgesetzt hat.

Besonders Unternehmen bis zu 1.000 Mitarbeiter lassen sich von Herstellerangaben derart verunsichern, dass sie keine stille Software verkauften. Das haben in dieser Gruppe 23% angegeben, während bei weiteren 20% der Prozess einer Umschreibung unbekannt ist.

Muss der Handel reguliert werden?

Der Markt für gebrauchte Software wächst

Derzeit prüft das Bundesministerium für Justiz (BMJ), ob das Urheberrecht im Rahmen eines „Dritten Korbes“ modifiziert werden muss. Eine Neuregelung des Handels mit gebrauchter Software hält Axel Susen, Geschäftsführer von susensoftware, für längst überfällig. Denn obwohl der Markt stetig wächst, sind die Anwender verunsichert, z. B. durch eine Entscheidung des OLG Frankfurt a.M. vom 12.05.2009, welche wohl kein Urteil, sondern ein Beschluss ist.

In dem Beschluss geht es um Prozesskostenhilfe (PKH). Der Verurteilte hatte Echtheitszertifikate von Microsoft ohne deren Einwilligung und ohne CDs verkauft und war daraufhin verklagt worden. Obwohl ein solcher Handel schon zuvor von Gerichten für illegal erklärt wurde, legte er gegen diese Entscheidung Widerspruch ein und beantragte PKH, die ihm jedoch wegen mangelnder Erfolgsaussicht nicht gewährt wurde. Der Beschluss vom 12.05.2009 bestätigt lediglich die Ablehnung des Antrages auf PKH.

Anwenderunternehmen reagieren der Verunsicherung zum Trotz bereits mit neuen, kreativen Verhaltensweisen: Selbst Geschäftsführer von mittelständischen Unternehmen erkennen, dass Software viel eher ein Anlagevermögen als ein Verschleißprodukt ist. Aus nicht genutzten Lizenzen können sie unerwartet bares Geld machen, indem sie die Software an Händler verkaufen, die sich auf gebrauchte Lizenzen spezialisiert haben. Solche Händler werden von kreativen Einkäufern in ihre Listen aufgenommen – entgegen dem allgemeinen Trend im Einkauf, die Anzahl der Lieferanten zu verringern.

Auch außerhalb der Wirtschaft gibt es Veränderungen. „Inzwischen werden in Deutschland immer mehr Teilbereiche juristisch geklärt. Zudem gibt es auch eine eher anwenderfreundliche Rechtssprechung von einigen Landgerichten,“ bemerkt Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht Peter Huppertz von der Kanzlei Hoffmann Liebs Fritsch & Partner. Doch auch Softwarehersteller selbst profitieren vom Handel mit gebrauchten Lizenzen: Durch eine höhere Marktdurchdringung wird illegal genutzte Software vom Markt verdrängt. Zudem führt das Angebot an gebrauchter Software dazu, dass Stammkunden nicht wegen des Preises den Anbieter wechseln.

Immer mehr Unternehmen greifen zu gebrauchter Software

Peter O’Neill vom renommierten amerikanischen Marktforscher Forrester Inc. bestätigt in einer aktuellen Studie, dass der deutsche Gebrauchtsoftwaremarkt der größte und professionellste weltweit ist.

Die Gründe, die für den Einsatz gebrauchter Software sprechen, sind zahlreich. So spart man bei gebrauchter SAP-Software z. B. bei susensoftware mindestens 43 % im Vergleich zum Listenpreis ein. Zudem sind Händler wie susensoftware oftmals die Einzigen, die noch bewährte Programme wie R/3 von SAP anbieten. Viele Unternehmen würden weiterhin lieber diese Programme einsetzen, als auf die Nachfolgemodelle umzusteigen. „Doch wird die Wartung für das Vorgängermodell eingestellt, ist der Anwender praktisch dazu gezwungen, umzusteigen“, erläutert Axel Susen. Die Wartung kostet  momentan 22 % des Anschaffungspreises, sodass man nach fünf Jahren das Produkt noch einmal komplett finanziert hat – dennoch muss das Nachfolgemodell gekauft und ebenso wieder Wartung entrichtet werden. Viele Anwenderunternehmen betrachten diese Preispolitik als ungerecht.

Zudem haben viele Softwarehersteller restriktive Auflagen. „Anwender müssen oft für ungenutzte Lizenzen Wartung zahlen – das belastet das Verhältnis zwischen Anbietern und Anwendern fortwährend,“ diagnostiziert Peter O’Neill.

Stille Software für Querdenker

Der Handel mit gebrauchter Software zwingt Unternehmen zum Umdenken

Privatleute kennen gebrauchte Software, weil sie bei ebay gehandelt wird. Unternehmer wenden sich an Anbieter wie susensoftware, die Erfahrung mit stiller Software haben, denn der Handel mit gebrauchter Software verändert die Geschäftsabläufe der Organisationen und erfordert ganz neue, kreative Verhaltensweisen:

–         Entgegen dem allgemeinen Trend im Einkauf, die Anzahl ihrer Lieferanten zu verringern, nehmen kreative Einkäufer noch weitere Anbieter in ihre Liste auf: die Händler von gebrauchten Lizenzen.

–         Unternehmer, die einer Umfrage von Micro Focus gemäß den finanziellen Wert ihrer Software gar nicht kennen, entdecken plötzlich, dass selbst die nicht genutzten Lizenzen in ihrem Unternehmen bares Geld wert sind.

–         Nachdem die besten Juristen sich mit den Herstellern einen offenen Schlagabtausch um den freien Handel mit Lizenzen geliefert haben, sieht sich die Bundesregierung veranlasst, regulierend einzugreifen, um die Anwender zu schützen.

–         Softwarehersteller, die bisher die Existenz eines Marktes für gebrauchte Software ignorieren, stellen überrascht fest, dass sie zweifach davon profitieren: Je größer der Markt für stille Software ist, desto höher wird auch der Anteil der legal eingesetzten Software. Außerdem führt das Angebot an gebrauchter Software dazu, dass die Stammkunden nicht wegen des Preises den Anbieter wechseln.

–         Allein die IT-Verantwortlichen in den Unternehmen brauchen sich nicht umzustellen: Ein gebrauchtes MS Office 2007 ist zu 100 Prozent identisch mit einem fabrikneuen MS Office 2007.

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